| Kunstwerke sind „sichtbare Erdstationen, die etwas aus sich
entlassen, was metaphysischen, spirituellen Charakter hat”
|
Meine freie bildnerische Arbeit
zielt nicht auf die Simulation von Realität, die Illustration der
Worte-Welt in artistischen Bildvariationen. Es geht im Gegenteil
immer wieder darum, bildnerische Begriffsbildung vom Sprachdenken
abzukoppeln und bei der Arbeit unmittelbar und gegenwärtig zu sein.
Die Arbeiten sind gewissermaßen Gerinnungen, Formulierungen von
Resonanzfeldern zwischen inneren und äußeren Polen.
Die Sequenzen entstehen in
weitgehender Abfolge von Ausdrucksimpulsen, durch die die Aura des
Themas bis zu einem vorläufigen Endpunkt abgetastet wird. Es kommt
also zu einem Niederschlag gleichzeitiger sowie einander (auch im
Sinne des Hervorrufens) folgender Erlebensfacetten: Mithin ist das
einzelne Bild Teil eines Organismus, wirkt in und durch bestimmte
Nachbarschaften. Das Ensemble ergibt den ganzen Klang.
|
|
Die Pinselzeichnungen werden von mir als zwischen Bild- und
Schriftbefindlich empfunden. Mein Bestreben ist, sie einerseits ins
Zeichenhafte zu verknappen, wo es nur geht, andererseits soll der
Schaffens-Prozess absichtslos und flüssig sein. Es geht um
„Handschriftlichkeit”, deren Aufladung als hauptsächliche
Mitteilungsebene.
Die Titel fassen die jeweiligen
Serien zusammen, sagen etwas über die auslösende Situation, sind
keine Erklärungen: Meine Arbeit kommt aus dem sprachfreien Raum und bleibt
auf dieser Ebene wirksam. Mein Verhältnis zu den Arbeiten ist etwa
das einer Übermittlerin: Es gibt also durchaus Arbeiten, die mich
befremden. |